Safe In Cloud

Safe In CloudWie halten Sie es mit all den Benutzerkennungen und Passwörtern, die man im Internet und andernorts an allen Ecken und Enden benötigt, um bestimmte Dienste verwenden zu können? – Zugriff auf E-Mails, Online-Banking, Meldung des Zählerstandes auf der Stromuhr? Zugriff auf WLAN zu Hause und im Büro, Passwort für den Zugang am heimischen und Büro-PC, Code für den Zugriff auf die Alarmanlage? Sie werden doch hoffentlich nicht überall das gleiche Kennwort verwenden? Oder alle Zugangsdaten auf einem Zettel in der Brieftasche notieren? Oder noch schlimmer: die Daten einfach in einer Datei auf dem PC ablegen?

Falls Sie nicht über ein sagenhaftes Elefantengedächtnis verfügen, in dem Sie all diese Daten amnesiesicher abspeichern können, sollten Sie sich dringend ein Verfahren ausdenken, um Ihre geheimen Daten abzusichern. Das könnte jedoch durchaus schwierig werden, wenn Sie – so wie ich – über 100 Datensätze speichern und bewachen müssen.

Ich verwende seit ein paar Jahren die Smartphone-App Safe in Cloud für den Zugriff auf meine persönlichen Daten. Die gibt es für Android-Smartphones, -Tablets sowie iPhones und iPads. Außerdem steht eine Programmversion für Windows-PCs zum Download bereit. Wenn Sie Ihre Daten auf einem der genannten Geräte eingeben, können Sie sie über einen Clouddienst (Google Drive, Dropbox, oder OneDrive) mit allen anderen Geräten synchronisieren. Wenn ich beispielsweise ein neues Kennwort in mein Smartphone tippe und speichere, werden die Daten über meinen Internetspeicher bei Google auch an meinen PC zu Hause und meinen Bürorechner weitergegeben; ich greife überall auf die neuste Version meiner Benutzerdatensammlung zu, egal auf welchem Gerät ich etwas ändere. Das hat den unbestreitbaren Vorteil, dass all meine persönlichen Daten an vier verschiedenen Stellen aktualisiert werden und praktisch nicht mehr verloren gehen können.

Wie wird sicher gestellt, dass kein Fremder Zugriff auf meine Daten hat?

Meine geheimen Daten liegen also irgendwo auf einem Internetserver einer Firma wie Google, Dropbox, oder Microsoft herum? – Keine Panik. Tatsächlich wird meine Datei mit den Passwörtern womöglich in Mountain View, Kalifornien, auf einem gut gekühlten Großrechner gespeichert. Doch diese Datei ist nach einem anerkannt sicheren Verfahren, mit dem 256-bit Advanced Encryption Standard (AES), verschlüsselt. Nach aktuellem Stand der Technik ist diese Verschlüsselung nicht mit vertretbarem Aufwand zu knacken. Wichtig ist allerdings, dass für die Verschlüsselung ein sehr sicheres Haupt-Passwort verwendet wird. Das ist das einzige Passwort, das Sie sich ausdenken und gut merken müssen. Wenn Sie es vergessen, können Sie auch alle Ihre persönlichen Daten vergessen; Sie kommen nicht mehr an sie ran.

Tipps für sichere Passwörter: Für Safe in Cloud können und sollten Sie möglichst viele verschiedene Zeichenarten verwenden, um ein zufälliges Erraten des Passworts so schwer wie möglich zu machen. Suchen Sie ein Passwort mit Großbuchstaben, Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen aus. Es gibt durchaus Methoden, sich ein ausreichend langes und kompliziertes Kennwort auszudenken, das man sich auch noch merken kann.

1. Schritt: Denken Sie sich einen Satz aus, den Sie sich gut merken können, zum Beispiel Nach dreizehn Jahren ging meine Miele-Waschmaschine kaputt!. Kürzen Sie den Satz mit den Anfangsbuchstaben ab und verwenden Sie dabei Ziffern statt Zahlwörtern; also N13JgmM-Wk!
2. Schritt: Setzen Sie zum Beispiel das Ausrufezeichen vom Ende an eine andere Stelle im Satz, also vielleicht N13J!gmM-Wk
3. Schritt: Ersetzen Sie einen Buchstaben durch die Ziffer, die der Buchstabe im Alphabet hat, also beispielsweise das „g“ durch die „7“; also N13J!7mM-Wk

Bitte sehr, voilá, here you are: Schon haben Sie ein ziemlich sicheres, elfstelliges Passwort zur Verschlüsselung Ihrer Safe-In-Cloud-Daten, das Sie nicht vergessen werden, wenn nur Ihr Merksatz einprägsam genug ist.

Welche Daten kann ich in Safe In Cloud ablegen?

Egal. Legen Sie für jeden Datensatz eine sogenannte Karte an, auf der Sie beliebige Inhalte eintragen. Kennzeichnen Sie jede der Karten mit einem Symbol Ihrer Wahl in einer Farbe Ihrer Wahl. Sortieren Sie alle Karten nach Labels, also zum Beispiel „Haus“, „Büro“, „Ausweise“, „Technik“.

Screenshot Safe In CloudAuf der Abbildung sehen Sie ein Beispiel für den Datensatz „Stromlieferant“, der natürlich genauso gut „Wasserspiele“ oder „Gazprom AG“ heißen könnte. Ich habe diese Karte den Labels „Familie“ und „Privat“ zugeordnet und ein violettes Haussymbol dafür ausgesucht. Das Passwort wird lesbar, wenn man auf die Ködelchen klickt.

Die Grafik zeigt übrigens den Ausschnitt einer Bildschirmaufnahme meines Windows-PCs. Einen Android-Screenshot kann ich nicht anbieten, da Safe In Cloud dies aus Sicherheitsgründen unterbindet.

So wie für den Stromlieferanten legen Sie Karten für alle Datensätze an, auf die Sie gesichert zugreifen wollen: E-Mail-Konto mit Adresse und Passwort, Kontonummer und Kennwort für das Online-Banking, Daten Ihres Personalausweises und so weiter, und so fort.

Was muss ich sonst noch wissen?

Safe In Cloud bietet über die beschriebenen Möglichkeiten hinaus noch verschiedene weitere Funktionen. Zum Beispiel kann man einstellen, dass sich die App aus Sicherheitsgründen automatisch nach fünf oder zehn Minuten ohne Eingabe schließt. Außerdem gibt es Erweiterungen für einige der gängigen Browser (Firefox, Chrome), mit denen man Benutzerkennungen und Passwörter automatisch in die Eingabefelder übernehmen lassen kann, sofern das korrekte Hauptkennwort eingegeben wird.

Sie finden bestimmt heraus, was man alles mit Safe In Cloud anstellen kann, wenn Sie ein wenig herumexperimentieren. Jedenfalls empfehle ich Ihnen diese Android-App und ihre Windows- und iPhone-Varianten nachdrücklich. Gehen Sie kein Risiko ein und sichern Sie Ihre persönlichen Daten ab.

Bitte beachten Sie trotz der Verwendung von Safe In Cloud, die empfohlenen Sicherheitsmaßnahmen im Zusammenhang mit Benutzerdaten zu ergreifen: Virenscanner und Firewall auf allen Geräten, die mit dem Internet verbunden werden; periodisches Ändern von Passwörtern, allerspätestens wenn ein Virus oder Trojaner auf Ihrem Gerät gefunden wurde oder wenn Sie eine Warnung über die Nachrichten erreicht. Vorsorge ist besser als Ärgern!

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Zur besprochenen App im Google Play Store:

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